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Gerade bei Unternehmern ist die Pflicht zur sogenannten Künstlersozialabgabe, dem quasi Arbeitgeberanteil, größtenteils unbekannt. Denn nicht nur die klassischen Unternehmen aus dem Kunst- und Publizistikbereich wie z.B. Verlage, Presseagenturen, Theater, Orchester, Rundfunk und Fernsehen, Musikindustrie, Galerien, Werbebranche und Varieté sind abgabepflichtig. Tatsächlich ist jedes Unternehmen betroffen, dass regelmäßig Aufträge an Werbe- oder PR-Agenturen abgibt, wenn es sich um Einzelunternehmen oder eine GbR handelt.

Aktuell überprüfen mehrere tausend Betriebsprüfer der Deutschen Rentenversicherung systematisch die breite Wirtschaft auf zur Künstlersozialversicherung abgabepflichtige Leistungen. Schnell stehen hohe Nachforderungen und Bußgelder bis zu 50.000 Euro im Raum.

Schreiben der Künstlersozialkasse sollten unbedingt ernstgenommen werden. Um nachträgliche Überraschungen zu vermeiden, sollte bereits bei der Auftragsvergabe vorausschauend und systematisch gehandelt werden.

Sprechen Sie mich bereits bei Auftragsvergabe an.

Die Künstlersozialabgabe kann z.B. ganz vermieden werden, wenn der Auftrag an eine juristische Person wie z.B. eine GmbH, GmbH & Co. KG oder eine AG abgeben wird. Im vergangenen Jahr hat das Bundessozialgericht entschieden, dass auch für Leistungen an eine Kommanditgesellschaft (KG) keine Künstlersozialabgabe anfällt. Unternehmer, die bereits eine Künstlersozialabgabe auf Leistungen an eine KG geleistet haben, können für Abgaben der vergangenen fünf Jahre bei der Künstlersozialkasse Erstattung beantragen.

Abgabebefreit sind auch einmalige Leistungen von natürlichen Personen oder Personengruppen wie z.B. eine GbR.

Setzen sich die Aufträge aus einem künstlerischen und einem nichtkünstlerischem Teil zusammen (z.B. Gestalten und Programmieren einer Webseite), sollte getrennt abgerechnet werden. Schon ein geringer künstlerischer Anteil löst die Künstlersozialabgabe aus. Achten Sie bei den Rechnungen auf eine detaillierte Leistungsbeschreibungen, um spätere Beweisproblematiken vorzubeugen. Eine nachträgliche Aufteilung der Rechnung ist leider nicht mehr möglich.

Haben Sie eine Nachforderung und womöglich einen Bußgeldbescheid der Künstlersozialkasse erhalten, sollten diese einer sorgfältigen Nachprüfung unterzogen werden. Der Teufel kann im Detail liegen, haben Sie z.B. tatsächlich eine künstlerische oder publizistische Leistung bezogen?

Rechtzeitige Information und Beratung, um die Künstlersozialabgabe möglichst gering zu halten und Bußgelder vorzubeugen, empfehlen sich deswegen.